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Mallorca365 » Leben » Medien » Fernsehen

Fernsehen und Fernsehempfang

Wer sich das spanische Fernsehen antun möchte, der benötigt Nerven wie Drahtseile. Schier endlos erscheinende Werbepausen, viele technische Probleme und nur sinnloser Tratsch und Klatsch zur besten Sendezeit. Viele Deutsche, die auf Mallorca ihre neue Heimat gefunden haben, wollen daher auch nicht auf das Fernsehen aus der Heimat verzichten. Müssen sie auch nicht, denn dank des Astra Satelliten sind auf Mallorca so gut wie alle deutschen Fernsehsender zu bekommen.

Die Satellitenschüssel ist die direkteste Verbindung nach Deutschland. So muss man nicht auf geliebte Serien verzichten und weiß auch über das politische und wirtschaftliche Geschehen in der Heimat bescheid. Zudem gibt es keine Sprachprobleme und alte Gewohnheiten, die sich beispielsweise auf die typische Fernsehzeit beziehen, können beibehalten werden. Während die beste Zeit des Fernsehens in Deutschland um 20:15 beginnt, ist dies im spanischen Fernsehen nämlich erst rund zwei Stunden später der Fall.

Anfang des Jahres 2010 fand jedoch auf der Insel die Umstellung auf digitales Antennenfernsehen statt. Möchte man zukünftig also die spanischen Programme weiterhin per Antenne empfangen, muss man nachrüsten. Zudem hat die Umstellung noch zahlreiche technische Kinderkrankheiten - kein Wunder, versuchten die spanischen Behörden doch in einem Jahr das „überall-Fernseh-gucken-können“ durchzusetzen, während in Deutschland dieser Prozess fünf Jahre in Anspruch genommen hat. 

Das die Qualität des spanischen Fernsehens so schlecht ist, liegt u.a. daran, dass die öffentlich-rechtlichen Sender nicht durch Gebühren finanziert werden. So etwas wie die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) in Deutschland gibt es nicht. In Spanien ist das Fernsehen gratis - auf den ersten Blick, denn der Staatssender RTVE sowie die Kanäle der Regionalregierungen werden vom Staat mit zig Millionen Euro jährlich subventioniert - alles aus Steuergeldern.

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