Olivenbäume prägen das Bild der mallorquinischen Landwirtschaft
Mallorca's Landwirtschaft
Die Landwirtschaft hat auf Mallorca eine sehr lange Tradition und wird in vielen Gegenden noch als hauptsächliche Einnahmequelle genutzt. Auch der Tourismus profitiert von den vielen Agrarerzeugnissen, den vielen schönen Feldern und Landschaften, die durch die Landwirtschaft geschaffen wurden. Rund 75 Prozent der gesamten Inselfläche wird landwirtschaftlich genutzt, sodass man überall die typischen landwirtschaftlichen Elemente wie Windräder, weite Felder und Trockenmauern sehen kann. Typisch für Mallorca sind Produkte wie Mandeln, Oliven, Wein und Schinken - wenngleich die Landwirtschaft auf nur 2,5 Prozent des Bruttosozialproduktes ausmacht.
Weitweit bekannt sind die mallorquinischen Mandeln, die das Gütesiegel „Ametla de Mallorca“ tragen. Sie zeichnen sich durch ihren einzigartigen Geschmack aus und verfügen über einen weichen Kern, der in erster Linie für Süß- und Nachspeisen Verwendung findet. Das „Ametlla Mallorquina“ ist ein kollektives Garantiesiegel, welches die „Vereinigung zur Förderung der mallorquinischen Mandel“ eingeführt hat.
Sehr weit verbreitet ist auf Mallorca auch der Kartoffelanbau. Auf rund 3.100 Hektar werden verschiedene Sorten Kartoffel angebaut. Im Durchschnitt ernten die Mallorquiner 21.000 kg/ha im Jahr. Das entsprechen rund 77.000 Tonnen Kartoffeln, von denen 22.000 Tonnen in den Export gehen. Der Rest wird auf der Insel verbraucht, dienen als Saatkartoffeln oder werden zum Eigenbedarf verwendet.
Ein Traditionsgewächs auf Mallorca ist die Melone und ganz besonders hervorheben muss man den Weinbau auf der Baleareninsel. Auch der Weinanbau hat auf Mallorca eine sehr lange Tradition, denn bereits seit der Besetzung durch die Römer wurden hier Weinberge kultiviert. Die mallorquinische Hauptstadt des Weins ist Binissalem, dessen Wein als erster der Insel durch die Ursprungsbezeichnung „Denominación de origen“ geschützt wurde. In der Gemeinde Binissalem befinden sich rund 1.200 Hektar Anbaufläche, auf der heute hochwertige Weine angebaut werden. Nachdem 1993 das Gebiet als Weinbaugebiet anerkannt wurde, hat man die Geschäftstätigkeit enorm ausgebaut. Es wurden zahlreiche neue Rebstöcke angebaut und neue Rebsorten eingeführt. Daneben hat man die Anbautechniken verbessert und es entstanden viele Weinkellereien, die zum größten Teil mit neue Technologien ausgestattet sind. So sind mallorquinische Weine heute von bester Qualität und können mit Weinen aus Frankreich und Italien ohne weiteres mithalten. Neben dem bekannten Weinanbaugebiet Binissalem gibt es auf Mallorca weitere wichtige Anbaugebiete, z.B. in den Gemeinden Algaida, Ariany, Artà, Campos, Capdepera, Felanitx, Llucmajor, Manacor, Maria de la Salut, Montuïri, Muro, Petra, Porreres, Sant Joan, Sant Llorenç des Cardassar, Santa Margalida, Sineu und Villafranca de Bonany. Produziert werden hier Rote, Rose-, Weiß- und Schaumweine. Des Weiteren gibt es Perl- und Likörweine.
Eine weitere landwirtschaftliche Besonderheit stellt das Johannisbrot dar, welches auch „die Schokolade Mallorcas“ genannt wird. Das Johannisbrot hat auf Mallorca eine große geschichtliche Bedeutung. Der biblische Name Johannisbrot steht für „ceratonia siliqua“, da die Schoten für Johannes den Täufer das einzig aufzufindende Essbare war. Bis heute wird in vielen ländlichen Gegenden der Insel das Johannisbrot traditionell genutzt. Man verzehrt es frisch, zu Saft gepresst und zu Sirup verarbeitet.
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