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Mallorca365 » Insel » Geschichte » Mittelalter

Mallorca im Mittelalter

Nachdem 474 das von Konstantinopel aus regierte Oströmische Reich, die Herrschaft des Vandalenreiches über die westlichen Mittelmeerinseln vertraglich anerkannt hatte, nutzte Kaiser Justinian I. die Thronstreitigkeiten in Karthago dazu, die Stadt 533 zu besetzen. Allerdings konnte die geplante Inthronisierung mit dem verbündeten Königs Hilderich nicht erfolgen, da er im September 533, bei der Schlacht bei Ad Decimum hingerichtet worden war. 534 entschied man sich daher, dass ganze Vandalenreich dem oströmischen reich zuzuschreiben. Damit war für die nächsten ca. 200 Jahre die byzantinische Oberhoheit über Mallorca eine beschlossene Sache. Dies wiederum führte dazu, dass die Balearischen Inseln eine gewisse Unabhängigkeit und Eigenständigkeit bekamen.

Zwischen 610 und 641 herrschte Kaiser Herakleios, der auch das Griechische als Verwaltungssprache durchsetzte. Auf die Balearen hatte dies jedoch keine sprachlichen Auswirkungen. Zudem konnte sich auf Mallorca endlich auch der katholische Glaube frei entfalten. So wurde im 7. Jahrhundert Mallorca auch ein Zufluchtsort für Christen, die durch die arabische Expansion und der Ausbreitung des Islams, aus dem Mittelmeerraum vertrieben wurden.

707 kamen erstmals arabische Eroberer nach Mallorca, die sich jedoch nicht festsetzen konnten. Ab der Mitte des 8. Jahrhundert war es Frankreich, dass eine Art Schutzherrschaft über die Balearen ausübte. Bis ca. 799 verteidigten französische Truppen die Inseln vor arabischen Überfällen. 813 war es der Graf von Apulien, der die Inseln vor weiteren Beutezügen der Araber beschützte und dabei 500 christliche Geistern aus der Gewalt der muslimischen Araber befreite. Anschließend wurde ein Nichtangriffspakt zwischen Muslimen und den Inselbewohnern geschlossen, der aber nicht eingehalten wurde. Es folgten weitere Kämpfe, bei denen die Insulaner massive Verluste hinnehmen mussten. Schließlich hielten sie doch den Pakt ein.

859 wurden die Balearen von den Wikingern geplündert, jedoch hatten sie nicht vor, dauerhaft auf den Inseln zu bleiben. Nachdem man sich mehr als 50 Jahre an den Waffenstillstand gehalten hatten, gliederte man die Balearen dann doch dem muslimischen Machtbereich ein. 902 eroberte General El Jaulani die strategisch interessanten Inseln und wurde der erste islamische Statthalter von Mallorca.

Vom 10. bis 13. Jahrhundert waren es dann die Mauren und die Araber, die auf Mallorca herrschten. Mallorca war inzwischen von den Christen wiedererobert. Zeugnisse aus der Araberzeit stellen beispielsweise die Errichtung von Trockenmauern zum Bau von Terrassen dar, die bis heute in der Landwirtschaft eine große Rolle spielen. Auch sind noch viele Ortsnamen erhalten, die auf arabischen oder Berber-Ursprung hinweisen.

1229 war es Jaume I von Aragon und Katalonien, der die Militärmacht der Mauren besiegt. Er gründet das Königreich Mallorca und beginnt wenig später mit dem Bau der Kathedrale. Nach seinem ausdrücklichen Willen ist sie der Jungfrau Marie geweiht. Sein Sohn, Jaume II. wird König von Mallorca und baut an vielen Orten beeindruckende Paläste und Residenzen. Jaume III. der Neffe des Königs verlor im Jahre 1349 in der Schlacht von Llucmajor sein Leben - die Unabhängigkeit des Königreichs ging daraufhin verloren.

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