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Mallorca365 » Insel » Geschichte » Mallorca im Altertum

Mallorca im Altertum

Durch den verlorenen Krieg gegen Rom ging Karthago im dritten punischen Krieg (149 bis 146 v. Chr.) unter. Mallorca wurde von den Bewohnern der Insel für Piratenüberfälle genutzt. Erst im Jahre 123 v. Chr. konnte das immer stärker werdende Römische Reich die Insel besetzen und unter dem Kommando von Konsul Quintus Caecilius Metellus für Ruhe sorgen. In der Folge wurde von römischen Siedlern im Jahre 122 v. Chr. die Stadt Pamaria Palmensis, das heutige Palma, gegründet. Um 70 v. Chr. gründete man dann die Stadt Pollentia, beim heutigen Alcudia. Forscher gehen davon aus, dass nach der Eroberung Mallorca mehr als 3000 Neusiedler aus der römischen Provinz Hispania nach Mallorca kamen.

Im Laufe der folgenden hundert Jahre wurde, aufgrund der Vermischung der Römer mit der Urbevölkerung und der Einführung des Lateinischen als Verwaltungssprache, Mallorca romanisiert. Im 2. und 4. Jahrhundert erfolgte dann die Christianisierung. Die ursprüngliche Sprache ist bis heute der deutlichste Beweis für die Romanisierung, denn im katalanischen sind noch viele Elemente aus dieser Sprache enthalten. Sogar der Inselname leitet sich von der römischen Bezeichnung „Insula Maior“ ab, was „große“ Balearen-Insel bedeutet.

Mallorca erlebte unter der 588 Jahre langen römischen Herrschaft eine wahre Blütezeit, was wohl in der zentralen Lage im westlichen Mittelmeer begründet zu sein schein. Bis zu Völkerwanderung lag Mallorca weit entfernt von den umkämpften Randprovinzen des römischen Reichs. Nach und nach verloren die befestigten Talayot-Dörfer an Bedeutung, denn Neugründungen von Ortschaften erfolgten nach typisch römischen Muster. Damit verbunden waren viele Annehmlichkeiten wie beispielsweise Wasser- und Abwasserleitungen, Bäder, Theater, Einkaufsstraßen und öffentliche Plätzen. Vor Palma war Pollentia die wichtigste Stadt von Mallorca. Bis heute kann man bei Alcudia die freigelegten Ruinen besichtigen. Da Palma immer wieder „überbaut“ wurde, sind hier kaum römische Spuren gefunden worden. Die Insel lebte zur damaligen Zeit vor allem durch die Landwirtschaft, den Handel und das Handwerk. Gehandelt wurde vor allem mit Weizen, Wein und Olivenöl.

Im Jahre 395 erfolgte die Reichsteilung und Mallorca gehörte zum Weströmischen Reich. Dieses zerfiel jedoch unter dem Druck der germanischen Völkerwanderung. Die Vandalen plünderten und zerstörten 426 das mallorquinische Pollentia. Von 465 an gehörte Mallorca zum Vandalenreich, dass nun von Karthago aus regierte wurde. Charakteristisch für diese Herrschaft sind die vielen Katholikenverfolgungen, unter denen die Mallorquiner sehr leiden mussten. 484 erließ König Hunerich einen Dekret, nachdem alle Katholiken auf der Insel zum Arianismus übertreten sollten. Erst 523 wurde durch König Hilderich der Katholizismus wieder erlaubt, der 530 durch die Gelimer gestürzt wurde. Ab dann gab es auf Mallorca erneut Aufstände gegen katholische Christen, die erst mit der Zerstörung des Vandalenreichs 534 endeten. Es folgte das Oströmische Reich.

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